Polarlichter!“, ruft einer meiner Mitreisenden aus der offenen Terrassentür herein. Ein Wunder eigentlich, denn gerade mal vor 2 Tagen leuchtete der sogenannte Supermond noch hell am Himmel, der eigentlich mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert hätte, dass wir überhaupt hier in Norwegen Polarlichter zu sehen bekommen.

Wir ziehen unsere dicken Jacken an und eilen nach draußen. Am meinem zum Filmen auserkorenen Platz angekommen- direkt am Steg mit Blick auf die Insel im Hinter- und dem Meer im Vordergrund- setze ich mich auf die Erde, richte meine Kamera ein und starte mit den Zeitraffer-Aufnahmen.

In diesem Moment kann ich kaum realisieren, was für ein Naturschauspiel sich vor mir zeigt. Am Himmel leuchtet ein quer verlaufender, hell grüner Streifen. Rechts daneben leuchtet der Mond, gefühlt so hell wie die Sonne zu Tageszeiten und wirft seine Reflexion in einem langen Streifen auf der Meeresoberfläche. Vereinzelt ziehen dunkle Wolken, teilweise vom Licht des Mondes mit hellen Rändern versehen, am Himmel vorüber. Während ich da sitze sehe ich von Moment zu Moment, wie der Mond am Himmel aufgeht. Mir läuft das Lied „Georgia Moon“ immer wieder durch den Kopf, auch wenn ich glaube, dass der Sänger, Shakey Graves, beim Schreiben dieses Liedes kein solches Naturschauspiel vor Augen hatte.

Nur einige Wochen vorher hatte ich die Mail mit der Einladung zu der Walexpedition nach Norwegen geöffnet. Ich sollte laut Sebastian eine seiner Forschungsreisen filmisch begleiten und hinterher einen Film zur Reise zusammenschneiden. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ich daraufhin vor Freude durch die Wohnung getanzt bin. Nachdem ich einige Sachen geklärt und meinen Terminkalender freigeschaufelt hatte, sagte ich zu und buchte die Flüge.

Norwegen: Reisevorbereitungen

Meine größte Sorge war zunächst: Wie kalt würde es sein? Und: Wie würde meine Kamera diese Kälte vertragen? Vor Allem, da wir täglich jeweils etwa 5-6 Stunden auf dem Boot verbringen und ggf. auch nass werden würden.
Aber nach ein wenig Recherche und einem kurzen Trip zu Decathlon, waren auch diese Sorgen vergessen.
Hier eine grobe Übersicht der Dinge, die ich mit auf die Reise genommen habe (Das Handgepäckreisen, das mir sonst so lieb ist, war hier leider keine Option ? ).

Norwegen: Die Reise

Schon um 3 Uhr morgens ging der Bus gen Flughafen bei mir in Düsseldorf, von wo aus auch meine Mitreisenden, also in diesem Falle die Studenten der Uni Bochum, abfliegen sollten. Einen Stopp in Kopenhagen, eine kleine verspätete Landung in Oslo, etwa 15 verlorene Gepäckstücke (da unser Gepäck noch am selben Tag zu unserer Insel gebracht wurde durch die Airline, empfehle ich SAS trotzdem gern, vor allem aufgrund der teilweise sehr günstigen Flüge) und eine Fährenfahrt später, kamen wir endlich auf der kleinen Insel Vengsoy an.

Direkt am nächsten Morgen ging es schon das erste Mal raus auf’s offene Meer. Der morgendliche Anblick des Hafens war in sich schon atemberaubend. Der Himmel war getaucht in verschiedenste Rosatöne, das Meer glitzerte, die Stille der Insel war fast ohrenbetäubend.

Getoppt wurde die Szenerie, die uns vom Boot aus zu allen Seiten geboten wurde, durch die einzigartigen Augenblicke, in denen wir die ersten Wale sahen, wie sie in freier Wildbahn hier und da aus dem Meer hervortauchten.

Allein der erste Tag war schon ein voller Erfolg und weitaus mehr, als wir uns alle hätten vorstellen können. Wir sahen Orcas, die voller Schwung komplett aus dem Wasser sprangen- etwas, das wohl bei Orcas extrem selten vorkommt. Orcas tauchten unter unseren Booten entlang und direkt am Rande unserer Boote wieder auf. Wir sahen Buckelwale beim Fressen zu, wie sie mit ihrer gewaltigen Masse mit offenem Maul aus dem Wasser herauspreschten. Wir waren hautnah mit dabei, statt wie bei einem typischen „Whale Watching“ (mit ziemlich großer Entfernung) nur daneben.

Nach diesen extrem eindrucksvollen Bootsfahrten, wenn es gegen 14 Uhr schon dunkel wurde, überkam die meisten (vor Allem mich) eine sehr zufriedene Müdigkeit und zumindest ich brauchte jeden Tag einige Zeit, um das Gesehene erstmal zu verarbeiten. Denn wie du dir sicher vorstellen kannst- solche Eindrücke hauen einen echt um!

Am späten Nachmittag wurde dann ein wenig gearbeitet und eine Kleinigkeit gegessen, ich schnitt das an dem Tag gefilmte Material, von dem es natürlich eine Menge gab, direkt und erlebte mit jedem Sichten des Materials die Momente des Tages erneut. Nicht der schlimmste Job auf der Welt, würde ich mal sagen. ?
Abends fanden sich dann alle Teilnehmer zusammen. Es wurde gekocht und gegessen, Fotos geschaut und gemütlich am Kaminfeuer gequatscht. Ich habe nicht nur an wahnsinnigen Eindrücken gewonnen auf dieser Reise, sondern habe im selben Zuge auch noch wunderbare Menschen kennenlernen dürfen- immerhin Plus des Reisens.

Norwegen: Mein Eindruck

Diese einwöchige Expedition hat in mir definitiv ein Feuer entfacht- für das Land und auch für weitere Reisen dieser Art. Reisen, auf denen man ganz nah dabei ist, auf denen man ein Fleckchen Erde kennenlernt, das völlig unberührt ist vom Tourismus, auf denen man einfach einzigartige Dinge erlebt. Auch Norwegen werde ich nicht das letzte Mal besucht haben. Dieses Land hat mich schwer beeindruckt mit seiner wunderschönen, rauen Natur, den sehr freundlichen Menschen, der Simplizität, den schönen, minimalistischen Häuschen und natürlich der wahnsinnig interessanten Tierwelt.

Norwegen: Mit Sebastian

Sebastian bietet diese einzigartigen Reisen nicht nur seinen Studenten, sondern mittlerweile jedem anderen, der Interesse hat. Ich kann seine Reisen von Herzen empfehlen- du wirst nicht nur um einen Urlaub reicher sein, sondern um bleibende, nicht ersetzbare und mit nichts zu vergleichende Erinnerungen.

Wenn du auch Lust auf eine absolut einzigartige Reise hast, buche dich für eine von Sebastians Reisen nach Norwegen, Kenia, Patagonien oder auf die Seychellen ein. Glaub mir, es lohnt sich!

In Kürze erwartet dich auch das filmische Ergebnis dieser Reise! Bleib dazu connected via Facebook und Instagram, um direkt den Launch des Filmes mitzubekommen.

Weitere Fotos der Reise findest du außerdem hier.

Denise.