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Zoff unter Korallen, Harry Potter und die Balinesen

Während meiner Studienzeit in Bochum entdeckte ich meine Leidenschaft für Korallen, genauer für Steinkorallen und all Ihre Sorgen sowie wunderbaren Lösungen für ein Leben festzementiert in einem der gefährlichsten Orte dieser Welt: dem tropischen Korallenriff. Die herrlichen Unterwasserwelten wirken durch ihre bunten und sich fröhlich in der Meeresströmung wiegenden Bewohner wie ein Unterwasserparadies. Aber lasst euch nicht täuschen, hier herrscht raus Treiben und reges Hause-und-Stechen. Nirgends sonst auf dieser Erde wird soviel geschubst, gemobt und sich-gegenseitig-bei-lebendigen-Leib-verdaut wie in tropischen Korallenriffen.

Um dieses Treiben genauer zu studieren reiste ich also nach Bali, genauer ans alamBatu Beach Bungalow Resort und machte mich auf die Suche nach wie man sagt intra- und unterspezifischen Konkurrenzsituationen sessiler Invertebraten. Über einen Zeitraum von knapp 10 Wochen hatte ich so die Gelegenheit das Hausriff und die umliegenden Riffe im Norden Balis kennen und lieben zu lernen und Zeuge so manch einer Korallenauseinadersetzung zu werden.

Hier kämpft eine Acropora Kolonie mit einer langsamer aber ausgesprochen stabil wachsenden Stylophora Kolonie, dort versucht ein giftiger Schwamm einer wunderbaren großen Porifera Kolonie den Garaus zu machen und eine bunte Weichkorallen scheuert über Wochen hinweg das lebende Gewebe eine zarten Montipora ab. Ganz nebenbei verspielt eine Goniopora Kolonie über Nacht Teile des Nachbar und schafft sich so neuen Lebenraum und Zugang zum herrlichen Sonnenlicht. Ein Biologen Traum wird in den Riffen Run dem Bali wahr.

Nach langen Tauchgängen wehre ich mich Abends vehement gegen ebenso lästige Angriffe bekennender und missionierender Harry Potter Fans, und lese in 10 Wochen alle 4 zu dem Zeitpunkt erschienenen Teile der wunderbaren Lebenswelt Joanne K. Rowling. Tagsüber tauche ich ein die Unterwasserwelten Bali, fotografiere und werte stundenlang die Koralleninteraktionen aus, Abends verschwinde ich über ebenso viele Stunden tief in einer weiteren Fabelwelt. Wer hätte das gedacht.

Über Wochen hinweg wachsen mir dabei die wunderbar lustigen und lebensfrohen Balinesen immer mehr ans Herz. Ihre offene und durchweg lebensbejahende Art fährt schnell auf mein Gemüt ab und ich freue mich über jeden Streich den sie sich untereinander oder mir spielen.

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