, ,

In Norwegen – Anne im November 2017.

„Gedankenverloren liege ich im Sessel und klicke mich ziellos durch die Weiten des Internets. Bisher bin ich auf nichts nennenswertes gestoßen.
Pure.Venture taucht als vorgeschlagener Werbebeitrag auf meinem Bildschirm auf. Nie zuvor gehört, aber Bilder von Orcas wecken meine Neugierde. Und plötzlich befinde ich mich auf einem Link, der mich darauf hinweist, das ich als Nicht (mehr) – Biologe an einer Forschungsreise teilnehmen könnte. Waaaaas? Jetzt sitze ich kerzengerade in den Polstern und starre auf die Reisebeschreibung. Orca und Buckelwale in freier Wildbahn auf Augenhöhe, jenseits vom klassischen Whale Whatching. Lebenstraum! Eigentlich nur eine unscharfe Erinnerung, aber plötzlich ist er wieder da!

Viele Jahre haben Träume in meinem Leben überhaupt keine Rolle gespielt. Sie waren bedeutungslos. Im Herbst 2010 stehe ich am Grab meiner Schwester, Hoffnung und Ziele sind nicht mehr wichtig. Unentwegt liefern sich Licht und Schatten einen unerbittlichen Kampf miteinander. Und während ich immer wieder in den Strudel der Hoffnungslosigkeit gerissen werde, taucht vor meinen Augen Pure.Venture auf. Die Erinnerung an meinen verblassten Lebenstraum trifft mich wie ein Blitz, grell und gestochen scharf. Ohne Zweifel, ich muss diese Reise machen.

Über das Jahr verteilt, telefoniere ich immer wieder mit Sebastian, dem Reiseleiter von Pure.Venture, um organisatorische Fragen zu klären. Geduldig bringt er Klarheit in das Chaos des Unbekannten. Doch wenige Wochen vor Reisebeginn werde ich von diversen Ängsten geplagt. Was wird dieses Abenteuer mit mir machen, und was kommt eigentlich nach dem Ziel?

Zwei Tage vor dem Abflug nach Norwegen erhalten wir eine Mail von Sebastian, das die Wale noch nicht in unserem Spot aufgetaucht sind. Es bestehe zwar Hoffnung, aber Stoßgebete können nicht schaden. Ich packe einen großen Blumenstrauß ein und fahre zum Friedhof. Dort lasse ich mich auf das Grab meiner Schwester sinken, und stoße meine Gebete gen Himmel. Auch wenn ich keinen göttlichen Glauben besitze, glaube ich fest daran, das sie auf irgendeine Art immer noch bei mir ist. Zu Lebzeiten waren wir unzertrennlich, und selbst der Tod konnte unsere unsterbliche Liebe nicht brechen. Ich flehe sie an, uns wenigstens einen Orca zu schicken und bin mir sicher, das auch dieses Mal meine Worte erhört werden.

Kurz darauf sitze ich im Flugzeug. Ein Ruck durchfährt meinen Körper, als wir mit Vollgas abheben. Wir schießen durch den Himmel und während wir die Wolken durchbrechen, geht vor uns die Sonne auf.

Die Reise zu meinen Träumen beginnt!

Als wir die Fähre nach Vengsøya erreichen, haben wir bereits die ersten Polarlichter gesehen. Auch während der Überfahrt ziehen über uns grünleuchtende Sonnenteilchen durch die Atmosphäre. Erlebe ich das gerade wirklich?

Am Anleger werden wir erleichtert von Sebastian empfangen. Das nordische Winterwetter hat für einige Ausfälle und Verspätungen gesorgt. Noch ist die Gruppe nicht komplett, aber groß genug, um den Lageplan zu besprechen. Die Wale sind nach wie vor nicht in unserem Gebiet. Die riesigen Heringsschwärme haben sich in diesem Jahr offensichtlich für eine Alternativroute entschieden, dementsprechend sind die Wale ebenfalls abgebogen. Sie wurden allerdings hundert Kilometer weiter nördlich gesichtet. Sebastian hat mit seinem Team Fjorde und Berge versetzt, um an dem neuen Spot noch Unterkünfte aufzutreiben.

Mit Erfolg!

Diese Alternative erhöht zwar die Reisekosten, aber auch die Chancen auf Wale sind damit gestiegen. Ich willige ohne zu zögern in den Plan ein. Mir ist alles recht, so nah war ich meinem Lebenstraum noch nie.

Zwei Tage später stehen Busse für uns bereit, die uns an unser neues Ziel bringen. Nach mehreren Stunden im Schneegestöber, kommen wir endlich in Skjervøy an. Nach der langen Fahrt sind wir müde, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Für den nächsten Morgen ist die erste Ausfahrt geplant. Gemeinsam sitzen wir im Hotelzimmer und vergolden uns die Kehlen mit sündhaft teurem Bier. Nebenbei zappen wir uns durchs norwegische Fernsehprogramm und heulen Rotz und Wasser, als der Protagonist endlich seine beste Freundin erobert. Jahrelanges Schmachten, sehnsüchtige Träume und immer wieder ein erster und letzter Kuss. Schlussendlich finden sie dann aber im Schein des Lagerfeuers zusammen, während im Hintergrund das sanfte Rauschen der Brandung zu hören ist. Welch triefende Romantik!

Nach drei Stunden Schlaf schießen wir senkrecht aus unseren Betten. Samstag! Adrenalin stürzt ungebremst durch meinen Körper. Was wird heute passieren? Ein letztes Stoßgebet zu meiner Schwester, dann gehe ich an Bord.

Es dauert keine viertel Stunde, als unser Skipper den Motor abschaltet. Ich sehe noch sein Grinsen, bevor ich seinen Ausruf höre. „Orcas auf zwölf Uhr!“ In diesem Moment blende ich meine Umgebung tunnelförmig aus, und reiße meinen Blick nach vorne. Mir stockt der Atem, dann verliere ich jede Fassung. Ich hänge am Bug und schreie „Orcaaaa, oh mein Gott!“.

In mir erwacht Hoffnung und eine kaum mehr gekannte Lebensfreude.

Ein Orca taucht direkt vor mir auf, bevor er scheinbar grinsend unter unserem Boot verschwindet. Können Orcas grinsen?
Nie habe ich mich in den vergangenen Jahren leichter gefühlt. Ich strecke die Arme in den Himmel, die Orcas fest im Blick. „Danke Schwesterherz!“ Um uns herum tauchen immer mehr Wale auf. Inzwischen sind auch die Buckelwale eingetroffen. Bald können wir die Tiere nicht mehr zählen und haben keine Ahnung, wo wir zuerst hingucken sollen. Das Schleudertrauma ist vorprogrammiert.

Das Wasser beginnt zu brodeln, bevor unzählige Wale neben uns in die Höhe schießen. Offensichtlich sind wir in der Mitte des Buffets gelandet. Die Heringe haben jetzt nicht mehr viel zu melden. Würde ich meine Hand ausstrecken, könnte ich die Orcas berühren. Aber der Nordatlantik ist kein Streichelzoo, also lasse ich meine Hände bei mir, auch wenn die Idee überaus verlockend ist. Zwischendurch müssen wir an Bord immer wieder Halt suchen, da die Wale einen ordentlichen Seegang erzeugen.

Ich stehe an der Reling, als ein Orca vorbeijagt und mir seinen Blas direkt ins Gesicht feuert.
Fisch-, und modriger Schlammgeruch, dazu eine Priese Salz – sehr delikat! Das war definitiv die beste Dusche meines Lebens.

Gegen Mittag beginnt es bereits zu dämmern und wir bereiten uns auf den Rückweg vor. Eine halbe Stunde brauchen wir zu unserem Anleger. Zeit, um das erste Mal zur Ruhe zu kommen. Während wir über das Wasser fliegen, ziehen die Bilder des Tages an mir vorbei. Ich konnte den Orcas direkt in ihre Augen schauen, dieser Blick war das Ende einer langen Suche.

Am Steg wartet bereits Sebastian auf uns. Lachend laufen wir auf ihn zu. Er blickt uns forschend ins Gesicht. „Genau so wollte ich euch sehen.“ Wir bedanken uns ohne Ende für seinen Einsatz, aber eigentlich gibt es dafür keine Worte.

Sehr zur allgemeinen Freude hat unsere Unterkunft eine Sauna, die wir auch umgehend anheizen. Dank der Überlebensanzüge sind wir vor der Kälte zwar gut geschützt, aber alles fängt der Floater auch nicht ab. Nach den Saunagängen mischen wir Schokocapuccino mit Baileys, der beste Angriff auf die arktische Kälte.

Aufgetaut und in froher Erwartung, gehen wir am nächsten Morgen erneut an Bord. Wir haben kaum geschlafen, aber der ständige Adrenalinpegel sorgt dafür, das wir unseren Schlafmangel kaum wahrnehmen. Auch heute müssen wir nicht lange suchen, bis wir die ersten Rückenflossen sehen.

Genau wie am Vortag, werde ich wieder in den Bann der Orcas gezogen und verliere abermals Raum und Zeit.

Trotz der Aufregung bekommen wir nach einer Weile Hunger. Und so gehen wir ebenfalls auf Fischfang. Wenige Minuten nachdem wir die Angel zu Wasser gelassen haben, hängt unser Abendessen bereits am Haken. Feierlich nennen wir den Dorsch Karl-Heinz, küssen ihn und ziehen ihm liebevoll einen Knüppel über den Kopf. So richtig gut geht’s ihm jetzt nicht mehr, wird aber zwischen Risotto und Salat ein würdiges Ende finden.

Über Nacht verändert sich das Wetter, der arktische Winter hält nun endgültig Einzug. Wir stehen bis zum Knöchel im Schnee. Sofort werfen wir uns in die weißen Pulverflocken, und bauen einen zu klein geratenen Schneemann, den wir Henry taufen. Selbstverständlich wird seine Taufe würdevoll mit Baileys begossen.

Zwei Tage später sitzen wir wieder im Flugzeug nach Deutschland. Es kommt mir vor, als wäre ich mehrere Wochen unterwegs gewesen. Ich hatte keine Ahnung, was mich in Norwegen erwarten würde. Normalerweise habe ich eine recht ausgeprägte Vorstellungskraft, doch dieses Mal wollte mir keine Vorstellung gelingen. Selbst wenn, sie wäre fernab von dem gewesen, was wir tatsächlich erleben durften.

Ich verneige mich vor der Arbeit von Sebastian und seinem Team, jederzeit wieder würde ich Pure.Venture blind in die Arktis folgen. Diese Reise hat mir den Wert des Lebens gezeigt.
Und so werde ich weiter meinen Träumen folgen,
denn nie zuvor waren sie so klar.“

, , ,

Teilnahme und Gewinn des ruhr@venture 2014

Am einem sonnigen Donnerstagabend (15.05.2014) wurden die Gewinner im Businessplanwettbewerb „ruhr@venture 2014“ des GründerCampus Ruhr bekannt gegeben. Veranstaltet wurde der Wettbewerb zur Wahl der besten Jungunternehmer 2014 durch die rubitec GmbH und die Wirtschaftsförderung Bochum GmbH, sie prämierten am 15. Mai 2014 die besten Bochumer Gründungsideen zum erstenmal zusammen.

Schließlich bilden Gründungen im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen und Ausgründungen aus den Bochumer Hochschulen ein Fundament der Bochumer Gründerszene. Mit dem Belegen der ersten beiden Plätze konnte sich die Ruhr-Universität Bochum erfolgreich gegen andere Universitäten durchsetzen (weiter zum Artikel der RUB).

Die Preise für den ruhr@venture in Höhe von 10.000 €, 5.000 € und 2.500 €  wurden von dem Prorektor für Forschung der RUB, Herrn Prof. Dr. Winter , dem Sprecher der Jury Prof. Dr. Ulf Eysel und den Sponsoren überreicht. Sponsoren waren die IHK Mittleres Ruhrgebiet, die rubitec GmbH und die Wirtschaftsförderung Bochum GmbH (weiter zum Artikel des Gründercampus Ruhr oder zur WAZ).

Den ersten Platz belegte unsere Unternehmung, zu dem Zeitpunkt noch unter dem Arbeitstitel „Dr. Striewski Forschungsreisen“.

Als direkte Ausgründung aus der Ruhr-Universität Bochum konnten wir damit einen guten Start ins unsere Tätigkeit aufnehmen und waren wirklich begeistert, von der Unterstützung und dem Zuspruch den unsere Vision von Seiten unserer Alma Mater und auch von den Wirtschaftsexperten unserer Region bekommen hat.

, , ,

Entstehung, Portfolio und Anspruch der PURE.VENTURE

Von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Verwirklichung der PURE.VENTURE liegen jahrelange Erfahrungen und ungezählte Reisen und Expeditionen.

Nach meiner Zeit als Wissenschaftler, langjähriger Expeditionsleiter und nach unzähligen eigenen Reisen gründete ich zunächst die Dr.Striewski Forschungsreisen direkt aus meiner Alma Mater, der Ruhr-Universität Bochum heraus. Bis heute bin ich noch als Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt und leite hier ausgewählte Lehrveranstaltungen und Studentenexkursionen, plane Vortragsveranstaltungen und bin eng in seiner Alma Mater vernetzt.

Die Dr.Striewski Forschungsreisen erhielten mit dem Erblicken des Tageslichtes direkt die erste Auszeichnung: mit dem 1. Platz der 2014er Ruhr@venture Wettbewerbes wurde unsere Unternehmung als beste Bochumer Gründungsidee ausgezeichnet. Als direkte Gründung aus der Ruhr-Universität Bochum im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen und Ausgründung konnten wir uns so direkt hervorragend starten.

Die Dr.Striewski Forschungsreisen bestehen bis heute als Unternehmung in Form einer GmbH und wickeln alle geplanten Reisen, Exkursionen und Expeditionen als Reiseveranstalter durch. Somit ist neben der wissenschaftlichen Exzellenz auch die professionelle Abwicklung aller Reisen gewährleistet.

Bis heute ist nichts weniger als das Neu-Erfinden des Reisens unser Anspruch: Weg von Konsum, weg von einem Abhacken besuchter Destinationen.  Raus aus dem Gewohnten. Durch eigenes Erleben auf Probereisen und unsere individuelle Handschrift im Aufbau jeder Reise garantieren wir den ganz eigenen Stil unserer Reisen.  Wir bringen Wissens-Experten unterschiedlicher Colour und handverlesene, lokale Reise-Experten zusammen. Nur die besten ihres Fachs leiten und betreuen unsere Reisen und begeistern mit ihren Herzensangelegenheiten, authentisch und in kleinen Gruppen.

Als Ansprechpartner für Universitätsdozenten und Professoren können die PURE.VENTURE so die Organisation und Abwicklung von studentischen Exkursionen und wissenschaftlichen Expeditionen übernehmen. Wohl wissend welche hohen Anforderungen universitäre Lehrveranstaltungen und auch wissenschaftliche Forschungsreisen an die Organisatoren und auch die leitenden Wissenschaftler stellen, sind wir als PURE.VENTURE aufgrund der langen Lehr- und Reiseerfahrung der Teammitglieder und der professionellen Reiseveranstaltertätigkeit der richtige Ansprechpartner für Universitäten und Lehrbeauftragte.

Die PURE.VENTURE ermöglichen durch das gesammelte, breit gefächerte Expertenwissen auch die Durchführung besonderer Bildungsreisen durch Angehörige deutscher Universitäten. So nehmen deutsche Professoren Laien mit an die Orte ihrer bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und begeistern direkt am Ort ihrer Wissenschaft interessierte Laien und Reisebegeisterte. Die PURE.VENTURE sind hier das beratende und ausführende Organ dieser besonderen Reisen. Wir planen und wickeln alle Aspekte dieser Reisen auf höchstem Niveau, wir sprechen die Sprache des deutschen Universitätslandschaft, wissen um die Erfordernisse und Herausforderungen im Alltag deutscher Forscher wie um die Wünsche und Ansprüche einer reiseerfahrenen Zielgruppe. Gemeinsam entstehen so einmalige Bildungsreisen, die Wissenschaft auf Reisen erlebbar machen und die deutsche Professoren in ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und begeisterten Liebe zu ihrem Fachgebiet auch für Wissenschaftsfremde greifbar werden lassen.

 

 

 

 

 

 

 

, ,

Zoff unter Korallen, Harry Potter und die Balinesen

Während meiner Studienzeit in Bochum entdeckte ich meine Leidenschaft für Korallen, genauer für Steinkorallen und all Ihre Sorgen sowie wunderbaren Lösungen für ein Leben festzementiert in einem der gefährlichsten Orte dieser Welt: dem tropischen Korallenriff. Die herrlichen Unterwasserwelten wirken durch ihre bunten und sich fröhlich in der Meeresströmung wiegenden Bewohner wie ein Unterwasserparadies. Aber lasst euch nicht täuschen, hier herrscht raus Treiben und reges Hause-und-Stechen. Nirgends sonst auf dieser Erde wird soviel geschubst, gemobt und sich-gegenseitig-bei-lebendigen-Leib-verdaut wie in tropischen Korallenriffen.

Um dieses Treiben genauer zu studieren reiste ich also nach Bali, genauer ans alamBatu Beach Bungalow Resort und machte mich auf die Suche nach wie man sagt intra- und unterspezifischen Konkurrenzsituationen sessiler Invertebraten. Über einen Zeitraum von knapp 10 Wochen hatte ich so die Gelegenheit das Hausriff und die umliegenden Riffe im Norden Balis kennen und lieben zu lernen und Zeuge so manch einer Korallenauseinadersetzung zu werden.

Hier kämpft eine Acropora Kolonie mit einer langsamer aber ausgesprochen stabil wachsenden Stylophora Kolonie, dort versucht ein giftiger Schwamm einer wunderbaren großen Porifera Kolonie den Garaus zu machen und eine bunte Weichkorallen scheuert über Wochen hinweg das lebende Gewebe eine zarten Montipora ab. Ganz nebenbei verspielt eine Goniopora Kolonie über Nacht Teile des Nachbar und schafft sich so neuen Lebenraum und Zugang zum herrlichen Sonnenlicht. Ein Biologen Traum wird in den Riffen Run dem Bali wahr.

Nach langen Tauchgängen wehre ich mich Abends vehement gegen ebenso lästige Angriffe bekennender und missionierender Harry Potter Fans, und lese in 10 Wochen alle 4 zu dem Zeitpunkt erschienenen Teile der wunderbaren Lebenswelt Joanne K. Rowling. Tagsüber tauche ich ein die Unterwasserwelten Bali, fotografiere und werte stundenlang die Koralleninteraktionen aus, Abends verschwinde ich über ebenso viele Stunden tief in einer weiteren Fabelwelt. Wer hätte das gedacht.

Über Wochen hinweg wachsen mir dabei die wunderbar lustigen und lebensfrohen Balinesen immer mehr ans Herz. Ihre offene und durchweg lebensbejahende Art fährt schnell auf mein Gemüt ab und ich freue mich über jeden Streich den sie sich untereinander oder mir spielen.

, , ,

Reisen und Wissenschaft

Aus unbändiger Reiselust wurden Arbeitseinsätze an den unterschiedlichsten Orten und am Ende eine Profession.

Vom Tauchassistenten bis zum Tauchlehrer in der Toskana,  von der Deckshand in Australien über Bootsführer in Italien bis zum erfahrenen Segelskipper auf den Seychellen, von Wüstenreisen

Auf dem Weg durch die zentralen Wüsten Australiens. Abgeschiedenheit und Einsamkeit sind überwältigend. Nach fast einem Jahr unterwegs geniesse ich mittlerweile auch diese Momente, sicher mich im Rahmen meiner Möglichkeiten zu bewegen. Ich habe meinen Reisemodus gefunden, stundenlange Fahrten durch die staubigen Wüsten liegen Nachmittags hinter mir und ich nutze die Kühle des Nachmittags für kurze Wanderungen entlang ausgetrockneter Flussbetten und über sanfte Hügel.

in der Gruppe bis zu Solo-Wüstendurchquerungen mit dem Motorrad,von Gruppenassistenz über die Sicherheitsleitung in Ägypten bis zur Exkursionsleitung auf den Galapagosinseln, von der wissenschaftlichen Assistenz bis zur Expeditionsleitung in der Karibik und im Großen Barriere Riff in Australien, unzählige Stationen haben geprägt und den Blick auf unsere Welt verändert.

Nach mehr als drei Wochen in den zentralen Wüsten geht der einsamste Teil meiner Australien Expedition zu Ende. Weniger als 5 Kilometer vor dem asphaltierte Stuart Highway eine letzte Rast im roten Staub mit gemischten Gefühlen. Es geht zurück in die Zivilisation und am Ende in die Heimat.

Aus langen privaten Reisen, universitären Lehrexkursionen und wissenschaftlichen Forschungsexpeditionen entstand so ein Gefühl für besondere Reisen: die Geburtsstunde der PURE.VENTURE liegt also weit draußen. In den weiten unserer Meere oder in den staubigen Einsamkeit unserer Wüsten.

Mit Blick in die Große Australische Bucht. Herrliche Fahrt entlang der einsamen Strände auf dem Weg zurück nach Pemberton, es fehlen Eier für das abendliche BBQ.

Und genau dort geht es mit euch nun wieder hin. Raus in die Welt, eine Welt voller Wunder  und Abenteuer.

 

Zu große Schuhe für die ersten Schritte, nach wenigen Wochen gebe ich meine Australienumrundung auf und sitze wenig später zunächst frustriert auf motorisierten Gefährten. Am Ende waren diese Wochen entscheidend um meinen eigenen Reisemodus zu finden. Gescheitert fühle ich mich später nicht mehr. Später zumindest nicht mehr.

 

 

, , ,

Namen für die Unbekannten – zwei Entdeckungen in Kenia

Früh Morgens im Samburu Schutzgebiet. Wir sind seit dem ersten Sonnenlicht unterwegs, denn wir haben Heute ein volles Programm vor uns.  Zunächst zählen wir aus unseren Jeeps auf unterschiedlichen Strecken einige der wichtigsten Tierarten des Schutzgebietes: Nashörner, Giraffen, Löwen, Zebras, Wildschweine und Bushbucks im Park werden wie jedes Jahr von uns zahlenmässig erfasst. Ausserdem werden von den Löwen, Nashörnern und den Giraffen gezielt Fotos zur Individuenindentifikation geschossen. Vor unseren normalen Pirschfahrten fahren wir so auf festgelegten Routen entlang des Schutzgebietes und tragen unseren Teil zum Schutz der hier lebenden Wildtiere bei indem wir sie zahlenmässig erfassen und so die Grundlage zu ihrem Management schaffen.

Am späten Nachmittag bei dem Abgleich unserer Fotos mit den bestehenden Datenbanken dann die Überraschung: zwei der von uns erfassten Individuen sind noch nicht benannt und unseren Reisenden steht somit die Ehre der Benennung zu. Was für ein wunderbarer Moment.

Zunächst eine junge Breitmaulnashorndame. Der Konvention folgend bekommen die weiblichen Nashörner erst einen Namen, wenn sie selber ein Junges bekommen haben. Und tatsächlich, neben der bisher nur unter einer Nummer geführten Dame entdecken wir spielend ein junges Nashorn. Zur Feier dieses freudigen Ereignisse nennen unsere Mitreisenden das Nashorn liebevoll RUBY, in Anlehnung an ihre Universität in der Heimat, die Ruhr- Universität Bochum, auch RUB genannt (Foto: Caroline Gueers).

Kurze Zeit später dann die zweite Sensation: eine junge Netzgiraffe taucht in keiner Datenbank auf, unsere Teilnehme haben das Tier als Erste entdeckt und dürfen das Tier nun ebenfalls benennen (Foto: Katja Kuehr). Anders als bei den Nashörnern werden die Giraffen direkt mit einem Namen versehen und Oh Wunder, auch die junge Giraffe wird RUBY getauft ;).

Ein erlebnisreicher Tag neigt sich damit dem Ende zu und vor dem Kamin sitzend fragen sich einige der Reisenden, was die beiden frisch getauften RUBYs nun wohl gerade eben so anstellen mögen. Was für ein Tag.